Der „Namenstress“ um den Babynamen

Der Name soll der wichtigste Anker der eigenen Identität sein, meint US-Psychologe Prof. Gordon Allport. Noch weiter geht in dieser Hinsicht William E. Walton. Er sagt:
Der Name ist der „bestimmenden Faktor bei der Persönlichkeits- entwicklung und vielleicht sogar bei Erfolg und Misserfolg im Leben„. Heute gibt es zwei Theorien, die besagen, dass sich aus einem Namen eine bestimmte Schichtzugehörigkeit ableiten lässt, dass ein Name in uns diverse Assoziationen weckt:

Der Kevinismus (weiblich Chantalismus): Er bezeichnet die Unfähigkeit „dem Nachwuchs sozialverträgliche Namen zu geben“. Es werden stattdessen angebliche „Modenamen“ oder amerikanische Namen ohne jeglichen kulturellen Hintergrund gewählt. Weitere Erläuterungen zum Kevinismus.

Der Emilismus: Er ist das direkte Pendant zum Kevinismus. Er besagt, dass die Kinder Akademikereltern mit Namen beglückt werden, die um 1800 in Mode waren, wie z.B Emil, Anton, Paul, Carl, oder Friedrich.

Diese Thesen machen die Qual der Wahl für die Eltern, die vor einer wegweisenden Entscheidung für ihr Kind stehen, wohl nicht einfacher. So können schon mal Wochen und Monate vergehen ehe ein Name gefunden wird. Die Eltern kommen in regelrechten Namensstress. Denn ist der Name einmal vergeben, so lässt er sich nur noch mit Mühe und Not ändern.

Kriterien um den passenden Vornamen zu finden

  • Alltagstauglichkeit, Klang, Schreibweise und allgemeine Bedeutung
  • leichte Aussprache (vor allem in der Sprache, die das Kind sprechen wird)
  • Internationalität (mache dich schlau darüber, was der Name in anderen Sprachen bedeutet)
  • Aktualität (wie zukunftstauglich ist der Namen, versuche am besten einen Namen zwischen „Altmodisch“ und „Modisch“ zu finden, der zeitlos und schön ist)
  • informiere dich über die historischen Hintergründe oder historische Persönlichkeiten, die mit dem Namen verbunden werden. Sind sie gesellschaftstauglich?
  • welche Spitznamen lassen sich ableiten? Wären diese ein Grund zum Hänseln?
  • passt der Name immer noch zu Deinem Kind, wenn es erwachsen ist?
  • passt der Vorname zum Nachnamen?
  • gibt es Persönlichkeiten die schon nach der selben Vornamen-Nachnamen-Kombination benannt sind/ wurden?
  • hat der Name eine Familientradition? Gibt es eine ganz besondere Person in der Familie oder im Freundeskreis etc. von dem du den Namen übernehmen willst?

Unsere Tipps und Tricks

Nimm eine Liste mit deinem Favoritennamen für Jungen und Mädchen, schreibe jeweils den Nachnamen dahinter. Dein Partner soll ebenfalls eine solche Liste vorbereiten. Gemeinsam lest ihr die Namenskombinationen laut vor. Der Klang und das Zusammenspiel von Vorname und Nachname sind oft ausschlaggebend. Es kommt vor, dass sich Eltern letztendlich zwischen den beiden Favoriten aufgrund des optischen Eindrucks des Geschriebenen entscheiden.

Wenn die Familientradition weiter geführt werden muss

Häufig hat auch die Familientradition eines Namens einen sehr hohen Stellenwert im Auswahlverfahren um den richtigen Babynamen, er wird z.B von Generation zu Generation weitervererbt. Oft wird darauf sogar bestanden, auch wenn der Name heute „merkwürdig“ oder „altmodisch“ klingt. Sollte dies der Fall sein, einigt Euch darauf, dass dies der Zweit- oder Drittname wird (Achtung! In Deutschland gilt eine Beschränkung von max. fünf Vornamen!)

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